Buteo - der erste Phantom-Konkurrent

Seit der Premiere des Nova Phantom mit 99 Zellen herrschte Spannung, ob weitere Gleitschirmhersteller ins Premium-Segment einsteigen. Icaro steht kurz davor.  

Mit dem Buteo will Icaro im High-B-Bereich neue
Leistungsakzente setzen. // Quelle: Icaro
Icaro plant in den nächsten Monaten einen High-B-Schirm auf den Markt zu bringen, dessen Bau- und Leistungsdaten die üblichen Kategorien sprengen dürfte. Der Schirm namens Buteo (lat. Bussard) weist 82 Zellen auf, wobei 80 dieser Zellen in der Eintrittskante nochmals mit kurzen Mini-Rippen unterteilt sind. In der Frontansicht wirkt der Schirm damit wie ein 160-Zeller. Die zusätzliche Versteifung der Nase soll deutliche Leistungsvorteile im beschleunigten Flug bringen.

Der Kopf hinter dem Buteo-Projekt ist Icaros Entwicklungsleiter Benjamin Hörburger. "Ich träume schon etwas länger von Wettkampf-B-Schirmen", sagt er. Vor Jahren war er an der Konstruktion des Zweileiners Core 2 von Swing beteiligt. Diesem Schirm wird nachgesagt, ein sehr überschaubares Extremflugverhalten gehabt zu haben.

Bei der Entwicklung des Mid-B Gravis von Icaro machte Benjamin Hörburger die Erfahrung, welche Leistungssprünge durch Mini-Ribs in der Eintrittskante möglich sind. So entstand die Idee, dieses Grundkonzept einmal auf die Spitze zu treiben.

Der Buteo wird das gleiche Profil und das gleiche Zwei-Stammleinen-Setup wie der Gravis besitzen, dabei aber mit etwas mehr Streckung, doppelter Grundzellenzahl und doppelter Front-Minirippen-Zahl aufwarten. Dort wo beim Gravis jeweils zwei Zellen per Diagonalen abgespannt sind, kommt der Buteo konsequent mit einer Vier-Zell-Überspannung daher.

Die genauen technischen Daten sind noch nicht abschließend festgelegt, da der Schirm noch keine Zulassung besitzt. Doch die Entwicklung ist weit genug fortgeschritten, dass Icaro zumindest die Ankündigung des Buteo nicht mehr zurück hält. Wenn keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten auftreten, soll der Schirm im Frühjahr 2018 verfügbar sein.

Ein Prototyp des Buteo bei einem extremen
Test-Manöver. An der Front sind gut die
Vierzell-Überspannung plus die eingesetzten
Miniribs in Zellmitte zu erkennen.
// Quelle: Facebook, B. Hörburger
Geplant sind zwei Versionen. Der "normale" Buteo soll komplett aus 32er-Skytex von Porcher gebaut werden. Daneben ist noch eine exklusive Leichtvariante vorgesehen. Für diesen Buteo light soll möglicherweise ein neues, besonders leichtes Hightech-Tuch eingesetzt werden.

Über den möglichen Preis des Buteo ist von Icaro noch nichts zu erfahren. Produktionstechnisch soll der Schirm etwas einfacher zu realisieren sein als Novas Phantom. Der Phantom besitzt immerhin 19 Zellen mehr und vor allem ein sehr filigranes Innenleben mit Hunderten von Streifendiagonalen, die zum Teil durch benachbarte Rippen hindurchgefädelt werden müssen. Das neue Hightech-Tuch dürfte die Kosten des Buteo light allerdings seinerseits etwas nach oben treiben. Sowohl mit Blick auf Preis und Leistung sollte dieser Schirm auch seinen Platz im Premium-Segment finden.

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2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

So wie ich das sehe (.. doppelter Front-Minirippen-Zahl) wird hier das GIN "RIGIFOIL System" verwendet. Das sind keine Front-Rippen oder Mini-Ripps oder was auch sonst.
Das ist nichts neues. Z.B. GIN Sprint 1, Aircross-U-Cross, U-Turn Passion usw.
Liebe Grüße H.D.

Lucian Haas hat gesagt…

Es steht nicht im Text, dass die Front-Minirippen etwas Neues sind. Der Gravis aus gleichem Haus (Icaro), auch einige BGD-Schirme (Base, Cure, Lynx...) fliegen damit herum. Wie man sie nun nennt, Rigifoil o.ä., ist jedem Hersteller überlassen. Ich versuche allerdings so zu schreiben, dass sich die Leser darunter am ehesten etwas vorstellen können. Front-Minirippen finde ich am verständlichsten.

Das "Neue" am Buteo ist, dass hier erstmals 82 Zellen bei einem High-B verbaut werden. Mit den Rigifoil-Minirippen sieht die Eintrittskante dann wie ein 160-Zeller aus. Das ist schon eine Hausnummer.

Etwas exklusiv Neues könnte der Einsatz des extrem leichten Hightech-Stoffes werden, so er sich denn bewährt. Es bleibt spannend. Warten wir's ab.